Poeciliidae

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Lebendgebärende Zahnkarpfen

Unter dieser Familie der lebendgebärenden Aquarienfische sind mit Abstand die meisten Gattungen
und Arten der Lebend-gebärenden Zahnkarpfen zusammengefasst.
Die bekanntesten und am meisten verbreiteten Aquarienfische sind hier zu finden.
Der Guppy (Poecilia reticulata und die beiden neuen Arten Poecilia wingei und Poecilia obscura)
und der Schwertträger (Xiphophorus hellerii und die Platies X. maculatus und X. variatus).
Aber auch weniger bekannte, aber auch trotzdem interessante Gattungen wie zum Beispiel Belonesox, Heterandria oder Gambusia,
um nur einige zu nennen, sind hier zu finden.
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Die DGLZ bemüht sich ein möglichst breites Spektrum an Gattungen und Arten abzudecken,
was sich auch in den Veröffentlichungen in der Rundschau und auch in der Bestandsliste wieder spiegelt.
Die schier endlos lange Liste mit Artikeln und Beständen von Arten der Familie Poeciliidae spiegelt das intensive Bemühen der DGLZ
und das ungebrochene Interesse von uns Mitgliedern wieder.

Die ursprüngliche Heimat der Familie Poeciliidae zieht sich quer über den amerikanischen Doppelkontinent.
Beginnend mit dem Süden der USA (Texas, Florida Carolina) zieht sich das Verbreitungsgebiet über die gesamte pazifische Seite Mexicos
und auch den kompletten Golf von Mexico mit der Karibik bis herunter über das komplette Mittelamerika.
Auf dem südamerikanischen Kontinent ist ein breiter Streifen beginnend auf panamaischem Gebiet auf der atlantischen Seite herunter
bis weit hinein in den Süden nach Argentinien dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet zuzurechnen.
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Durch Auswilderungen (Malariabekämpfung, Gedankenlosigkeit und Fehlverhalten einiger Aquarianer)
sind diese anpassungsfähigen Fische mittlerweile in der ganzen Welt zu finden.
Hier sind besonders die Guppies und die Gambusen zu nennen, die sich als sehr fit im Überlebenstraining erwiesen haben.
Es gibt Auswilderungen von Guppies in deutschen Bächen,
die durch Abwässer von Atomkraftwerken auf Temperatur gehalten werden.
Die Thermalbäder in Budapest sind auch ein Tummelplatz von allen möglichen Aquarienfischen,
die wahrscheinlich durch Aquarianer dort ausgesetzt und sich in dem warmen Wasser erfolgreich halten und vermehren konnten.
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Die für die moderne Aquaristik bedeutendsten Arten sind der Guppy,
der sich nach neuesten Erkenntnissen bislang in 3 Arten aufteilt und die Schwertträger.
Die Gattung umfasst zurzeit 21 Arten, wobei für die Züchtung 3 Arten von Bedeutung sind,
der klassische Schwertträger (Xiphophorus hellerii und der veränderliche Schwertträger X. variatus und der Spiegelkärpfling, X. maculatus.
Die kleinen Schwertträgerarten ohne das klassische Schwert der Schwanzflosse werden auch Platies genannt.
Diese drei Arten sind durch Züchtungen in den Farben extrem verändert worden
und auch bei den Flossen haben die Züchter im Laufe der letzten Jahre vielfältige Formen kreiert.
Näheres darüber finden Sie auf der Seite „Zuchtformen“; hier werden wir uns den „Wildformen“ widmen.

Natürliche Habitate

Aufgrund des großen Artenreichtums dieser Familie kann man keine klaren Aussagen treffen.
Die Fische sind in Bächen und Flüssen, in Abwasserkanälen und in Seen und kleinen Teichen zu finden.
Manche sind fließend, sowohl langsam und auch schnell. Andere sind stehende Gewässer.
Einige Schwertträgerarten leben in den relativ kalten Flüssen im nördlichen Hochland von Mexico.
Micropoecilia findet man in den Abwässerkanälen in Guayana.
Aber auch im Brackwasser, wo sich das Süßwasser der Flüsse mit dem Meerwasser mischt, kann man zum Beispiel Poecilia velifera finden.
Hier können auch hohe Temperaturen herrschen mit weit über 25 Grad C.
Besonders die Mollies sind bekannt dafür, sich eher im warmen Wasser wohl zu fühlen.

Poeciliidae – Haltung im Aquarium

Besonders der Guppy gilt in der Aquaristik als Anfängerfisch,
aber es gehört schon etwas mehr dazu als ein Becken und ein paar Liter Wasser um erfolgreich diese Artenvielfalt zu halten.
Wir haben es hier mit Wildformen zu tun und daher ist nicht das Bestreben des Aquarianers den Fisch zu verändern,
sondern seinen Stamm zu erhalten.
Das Geheimnis einer erfolgreichen Haltung ist ein artgerechtes Becken,
auf den Fisch abgestimmt, passenden Wasserwerte und natürlich auch gesunde, vitale Fische.
Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu und Geduld lernt man als Aquarianer sowieso.
Da wir die Fische einigermaßen natürlich halten möchten,
ist eine Kreuzung (Hybridisierung) der einzelnen Arten nicht erwünscht.
Alle Arten der Gattung Xiphophorus (Schwertträger) lassen sich miteinander kreuzen und heraus kommt ein Mischmasch.
Ebenso sind bei vielen Arten der Gattungen Poecilia und Limia sind unerwünschte zum Teil sterile und auch unansehnliche Kreuzungen möglich.
Das Ziel eines Liebhabers von Wildformen sollte ein Artenbecken sein.
Falls dies nicht möglich ist, muss man sehr genau überlegen, welche Arten man zusammen halten kann.
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Die Ernährung ist in der Regel kein Problem,
normales Trocken- Flocken- und Gefrierfutter wird genau so gerne genommen,
wie Lebendfutter, Mückenlarven, Tubifex, Artemia und auch Wasserflöhe um nur einiges zu nennen.
Eine für die Fische willkommene Ergänzung sind zum Teil auch die eigenen Jungtiere,
die mit artbedingter unterschiedlicher Intensität verfolgt und gejagt werden.
Hier kann der Halter mit ausreichender Bepflanzung und mit abfangen der Jungfische erfolgreich eingreifen.

Vermehrung/Zucht

Wir beschäftigen uns ja hier mit den sogenannten „Lebendgebärenden Zahnkarpfen“.
Das besondere an unseren Fischen ist eben,
dass die Weibchen in gewissen Wurfrhythmen lebende Jungfische in zum Teil beachtlicher Zahl bekommen.
Auf die Einzelheiten möchte ich hier nicht eingehen,
der interessierte Leser findet dazu ausreichend Fachliteratur,
auch in unserer vereinseigenen Rundschau ist darüber eine Menge zu finden.

Aquarianer und die Natur

Man kann mittlerweile überall die Folgen der Klimaerwärmung spüren und natürlich sind auch unsere Fische davon betroffen.
Abholzungen der Wälder, Trockenlegen der Teiche, Raubbau in der Landwirtschaft und an der Natur sorgen dafür,
dass manche Fische in einigen Jahren nicht mehr in der Natur zu finden sind.
Dann kommt auf uns Aquarianer eine wichtige Funktion zu,
denn der Fischtransfer wird dann in die umgekehrte Richtung gehen.
Zurück vom Aquarium in die Natur.

Auch heute kommen noch ständig unbekannte Arten hinzu,
werden neu entdeckt oder aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse neu beschrieben.
Langweilig wird es nicht und wir haben noch Platz für viele Arten und genau so viele interessierte Halter.
Ihr DGLZ.de Team
Volker Diekmann
volker(at)volker.diekmann.de